Österreichischer Biokraftstoffbericht 2017 veröffentlicht

19.12.2017 | Der österreichische Biokraftstoffbericht „Biokraftstoffe im Verkehrssektor 2017“ für das Berichtsjahr 2016 kann nun auf der Homepage des BMLFUW unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.bmlfuw.gv.at/umwelt/luft-laerm-verkehr/verkehr-laermschutz/alternatkraftstoffe/biokraftstoffbericht.html

Zusammenfassung:

Das Inverkehrbringen von Biokraftstoffen erfolgt in Österreich seit Oktober 2005 in erster Linie durch die Beimischung von Biodiesel zu Diesel und seit Oktober 2007 zusätzlich durch eine Beimischung von Bioethanol zu Benzinkraftstoff. Bis zum Beginn des Jahres 2009 wurden flächendeckend rd. 4,7 Volumenprozent (Vol-%) Biodiesel und Bioethanol beigemischt. Mit Jänner 2009 wurde die Möglichkeit der Beimischung von Biodiesel auf maximal 7 Vol-% erhöht.

Zusätzlich zur Beimischung werden im Rahmen des klimaaktiv mobil Programms des BMLFUW kommunale und betriebliche Fuhrparkumstellungen auf Biokraftstoffe forciert (bzw. hat der Anteil des Biokraftstoffes zumindest 50% der jährlichen Treibstoffmenge zu betragen). Das klimaaktiv mobil Programm richtet sich an Städte, Gemeinden und Regionen, Betriebe, die Freizeit- und Tourismusbranche sowie den Radfahrbereich und bietet Förderungsmöglichkeiten für die Umstellung von Fuhrparks auf alternative Antriebe und Biokraftstoffe, die Förderung von Elektromobilität mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern, zur Radverkehrsförderung sowie für ein innovatives, klimaschonendes Mobilitätsmanagement. Damit wird insbesondere ein wichtiger Impuls zur verstärkten Markteinführung alternativer Antriebstechnologien sowie Elektromobilität gesetzt, zur Forcierung von erneuerbaren Kraftstoffen beigetragen und ein Beitrag zum ambitionierten Ziel eines 10 % Anteils erneuerbarer Energie am Energieverbrauch des Verkehrs bis 2020 geleistet.

Im Jahr 2016 wurden für die Substitutionszielberechnung gem. Kraftstoffverordnung insgesamt 6.125.884 Tonnen fossiler Dieselkraftstoff verkauft. Mittels Beimischung wurden gemäß den Daten des nationalen Biokraftstoffregisters elNa (elektronischer Nachhaltigkeitsnachweis) insgesamt 444.571 Tonnen Biodiesel sowie 13.695 Tonnen an Hydrierten Pflanzenölen (HVO, Hydrotreated Vegetable Oils) beigemengt. Weiters wurden 65.280 Tonnen Biodiesel und 37.135 Tonnen HVO in purer Form bzw. als Treibstoff mit höherem biogenem Beimischungsanteil im Dieselkraftstoff auf den Markt gebracht. Die HVO-Mengen wurden fast gänzlich im ersten Halbjahr 2016 eingesetzt während im zweiten Halbjahr, auf Grund des sinkenden Preises für fossilen Dieselkraftstoff, nur mehr geringe Mengen abgesetzt wurden.

Insgesamt lagen im Berichtsjahr Nachhaltigkeitsnachweise für 507.004 Tonnen Biodiesel und für 51.193 Tonnen HVO vor.

Weiters wurden insgesamt 1.521.922 Tonnen fossile Benzinkraftstoffe abgesetzt. Diesen wurden insgesamt 86.912 Tonnen nachhaltiges Bioethanol beigemengt, 5.024 Tonnen davon als biogener Anteil von Ethyl- Tertiär-Buthylether (ETBE).

Wie bereits in den vorangegangenen Jahren, wurde auch 2016 Pflanzenöl im landwirtschaftlichen Bereich, im Ausmaß von 340 Tonnen, eingesetzt. Weiters wurden im Straßengüterverkehr 15.255 Tonnen Pflanzenölkraftstoff abgesetzt. Zudem wurden im Berichtsjahr insgesamt 308 Tonnen Biomethan (Biogas) an den Verkehrssektor abgegeben.

Über den Zeitraum des Kalenderjahres 2016 wurde das lt. Österreichischer Kraftstoffverordnung geforderte Substitutionsziel von 5,75 % (gemessen am Energieinhalt) mit 7,1 % übertroffen. Dieser Rückgang um knapp zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr ist auf das niedrige Preisniveau fossiler Produkte und den damit verbundenen Wegfall pur abgesetzter Biokraftstoffmengen im zweiten Halbjahr 2016 zurückzuführen.

Die durch den Einsatz von Biokraftstoffen erzielten CO2 Emissionseinsparungen im Verkehrssektor beliefen sich 2016 auf über 1,7 Mio. Tonnen.

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