Arbeitsgemeinschaft Flüssige Biokraftstoffe - im Fachverband derChemischen Industrie ÖsterreichsWiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien, Österreich
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Der österreichische Biokraftstoffbericht „Biokraftstoffe im Verkehrssektor 2011“ für das Berichtsjahr 2010 ist auf der Homepage der Europäischen Kommission unter folgendem Link verfügbar: http://ec.europa.eu/energy/renewables/biofuels/ms_reports_dir_2003_30_en.htm.
Zusammenfassung:
Die Richtlinie 2003/30/EG zur Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor (Biokraftstoffrichtlinie) gibt den Mitgliedstaaten Richtwerte für den Einsatz von biogenen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor vor. So sollen seit 2005 2 % (gemessen am Energieinhalt) der gesamten in Verkehr gebrachten Treibstoffe durch Biokraftstoffe und andere erneuerbare Kraftstoffe substituiert werden, im Jahr 2010 erhöht sich der Anteil auf 5,75 %.
Die Richtlinie wurde in Österreich im Rahmen einer Novelle der Kraftstoffverordnung im November 2004 in nationales Recht umgesetzt. Diese wurde zuletzt im Juni 2009 angepasst. Gemäß dieser Verordnung muss der Substitutionsverpflichtete seit 1. Oktober 2005 2,5 % (gemessen am Energieinhalt) aller in Verkehr gebrachten Otto- und Dieselkraftstoffe durch Biokraftstoffe ersetzen. Der Anteil hat sich mit 1. Oktober 2007, gemessen am Energieinhalt, auf 4,3 % und am 1. Jänner 2009 auf 5,75 % erhöht.
Das Inverkehrbringen von Biokraftstoffen erfolgt in Österreich seit Oktober 2005 in erster Linie durch die Beimischung von Biodiesel zu Diesel und seit Oktober 2007 zusätzlich durch eine Beimischung von Bioethanol zu fossilen Benzinkraftstoffsorten. Bis zum Beginn des Jahres 2009 wurden flächendeckend rd. 4,7 Volumenprozent (Vol-%) Biodiesel und Bioethanol beigemischt. Mit Jänner 2009 wurde die Möglichkeit der Beimischung von Biodiesel auf maximal 7 Vol-% erhöht. Zusätzlich zur Bemischung werden kommunale und betriebliche Fuhrparkumstellungen auf pure Biokraftstoffe bzw. über 40 % Biokrafstoffzusatz forciert, insbesondere seitens des klima:aktiv mobil Programms des Lebensministeriums.
Im Berichtsjahr 2010 wurden in Summe 501.663 Tonnen Biodiesel in Verkehr gebracht. Davon wurden 427.900 Tonnen den fossilen Kraftstoffen beigemischt, 73.763 Tonnen wurden als purer Biokraftstoff bzw. als Dieselkraftstoff mit einem höheren, nicht normkonformen Biokraftstoffanteil (z. B. über Betriebstankstellen von Flottenbetreibern) im österreichischen Verkehrssektor eingesetzt.
Bioethanol wurde hauptsächlich über die Beimischung abgesetzt, in Summe etwa 106.201 Jahrestonnen.
Die Gesamtmenge an Pflanzenöl, welches neben der Nutzung in landwirtschaftlichen Maschinen vorwiegend im Straßengüterverkehr eingesetzt wurde, belief sich 2010 auf insgesamt 17.393 Tonnen.
Über den Zeitraum des Kalenderjahres 2010 wurde das geforderte Substitutionsziel, gemessen am Energieinhalt, von 5,75 % mit 6,58 % deutlich übertroffen. Die im Vergleich zum Vorjahr geringere Substitutionshöhe ist maßgeblich im Rückgang des Biodieseleinsatzes in Flotten begründet.